Hl. Familie Malchow

Geschichte

Malchow_Kirche

1924 wurde eine ehemalige Malerwerkstatt auf diesem Grundstück käuflich erworben, als Kapelle hergerichtet und am 04.01.1925 geweiht (seit 1996 Gemeindehaus). Vor dem 2. Weltkrieg waren die Gottesdienstbesucher überwiegend polnische Schnitter. Von 1925 – 1940 wurde die Gemeinde seelsorglich von Waren betreut.

1940 – 1945 bestand die Gemeinde hauptsächlich aus Arbeitern und Angestellten des Munitionswerkes. Sie kamen zum größten Teil aus dem Rheinland. Im September 1940 kam als erster Pfarrer Josef Thörner aus Belm bei Osnabrück nach Malchow. Er wohnte bis zu seinem Wegzug 1972 (in seine Heimat) in einer Mietwohnung am Kloster (ca. 3 km von der Kapelle entfernt).

1945 wuchs die Gemeinde sehr stark durch die Flüchtlinge und Vertriebenen aus Pommern, Schlesien, Ostpreußen und dem Sudetengebiet. An großen Festen konnte die Kapelle die Besucherzahl nicht fassen, so dass uns von der evangelischen Gemeinde freundlicherweise die Kloster- bzw. Stadtkirche für die Gottesdienste zur Verfügung gestellt wurde.

Trotz der Abwanderung vieler Gemeindeglieder zu DDR-Zeiten war die Kapelle zu klein. Eine größere Kirche wurde notwendig.

Vorausschauend wurde für einen eventuellen Kirchneubau ein an die Kapelle angrenzender Garten käuflich erworben; dieser wurde dann als Schenkung an die Gemeinde übergeben. Noch vor dem Kirchbau wurde 1982 das Pfarrhaus auf dem Gelände gegenüber der Kapelle erbaut. Die ersten Verhandlungen über den Kirchneubau führten vereits 1986 der damalige Bischof Heinrich Theissing und das Bischöfliche Amt Schwerin mit dem Sekretariat für Kirchenfragen in Berlin. Die Zustimmung der staatlichen Stellen erfolgte erst 1989.

Vorgespräche zu DDR-Zeiten:
1986 Bischof Heinrich Theissing (+ 1988)
Grundsteinlegung: 22.02.1992 Bischof Theodor Hubrich (+ 1992)
Kirchweihe: 22.11.1992 Weihbischof Norbert Werbs

Der Bau der Kirche wurde vom Bonifatiuswerk finanziert und für 100 Sitzplätze konzipiert. Seit der Wende sind viele Gemeindeglieder aus beruflichen oder privaten Gründen in die alten Bundesländer verzogen, so dass unsere Gemeinde kleiner geworden ist. Viele Gäste, die ihren Urlaub in Malchow und Umgebung verbringen, sowie Patienten der Reha-Klinik besuchen unsere Gottesdienste.

Bis zur Gründung des Erzbistums Hamburg am 01. 01. 1995 gehörten alle Gemeinden Mecklenburgs zum Bistum Osnabrück. Durch die Zusammenlegung von Kirchengemeinden im Erzbistum Hamburg gehören wir ab 01. 04. 2005 zur Pfarrei Heilig Kreuz Waren. Seit September 2004 werden wir durch Franziskanerbrüder aus Waren seelsorglich betreut, der zuständige Pfarrer ist Bruder Martin.

Ausstattung unserer Kirche

Durch ein dreischichtiges, vorspringendes, in den Abmessungen unterschiedlich gestaltetes Mauerwerk ist die Wand plastisch gestaltet. Sie symbolisiert einen Berg, wie er in der Bibel immer wieder eine Rolle spielt. Auf der Spitze des Berges steht das Kreuz. Die eigentliche Wirkung der Altarrückwand kommt zustande durch den unterschiedlichen Lichteinfall, der sich im Laufe des Tages ändert.

Was soll das Kreuz in unserer Kirche ausdrücken? Wir entschieden uns für den triumphierenden Christus, den Sieger über den Tod.

Zur Finanzierung dieses Kreuzes hatte sich ein Sponsor gefunden. Die Gestaltung und Anfertigung des Tabernakels, des Osterleuchters und des Ewigen Lichtes sind ebenfalls Arbeiten vom Kunsthandwerker Peter Balehna.

Der Taufstein ist ein Geschenk der katholischen Gemeinde in Ankum. Die Tauf- /Weihwasserschale wurde uns anläßlich der Kirchweihe von der evangelischen Gemeinde Malchow geschenkt. Inschrift: Ein Herr – ein Glaube – eine Taufe.

Die Orgel wurde 1975 für die ehemalige Kapelle von der Firma Nußbücker, Plau, gebaut. Das Geld hierfür wurde von unserem ersten Pfarrer Josef Thörner, der 1972 aus Krankheits- und Altersgründen in seinen Heimatort zog, unserer Gemeinde hinterlassen. Für die neue Kirche hat Herr Nußbücker die Orgel 1992 überarbeitet.

Die Mutter-Gottes-Statue (mit Kind) stammt aus den Anfängen unserer Gemeinde. Sie ist ein Geschenk von einem katholischen Krankenhaus in Flensburg für die „Ärmste Gemeinde in der Diaspora“ und wurde aus der Kapelle in die neue Kirche 1992 mitgenommen.

Das Patronale ,,Heilige Familie“, handgeschnitzt, und die Bänke kommen aus dem Nachlaß einer katholischen Kirche in Neumünster-Einfeld. Seit 2005 besitzt unsere Gemeinde ein wertvolles Evangeliar. (Geschenk eines Gemeindemitgliedes).