Texte

Franziskus in seinem Testament:

Ich arbeite mit meinen Händen und will weiter damit arbeiten; und ich will entscheiden, dass alle anderen Brüder ebenso arbeiten, wie es sich ziemt. Die es nicht können, sollen es lernen – nicht aus Sucht, für solche Arbeit einen entsprechenden Lohn zu erhalten, sondern um des guten Beispiels willen und um den Müßiggang zu vertreiben. Und wenn man uns einmal keinen Lohn für die Arbeit gibt, so lasst uns zu Gottes Tisch unsere Zuflucht nehmen, indem wir von Tür zu Tür um Almosen bitten.

Franziskus in der älteren Ordensregel:

Die Brüder sollen sich hüten, wo immer sie sein mögen, sei es in Einsiedeleien oder anderswo, sich eine Behausung anzueignen oder sie einem anderen streitig zu machen. Und mag zu ihnen kommen, wer da will, Freund oder Feind, Dieb oder Räuber, sie sollen ihn voll Güte aufnhemen. Und wo immer die Brüder auch sind oder sich treffen, müssen sie geistlich und sorgfältig einander ohne Murren achten und ehren.
Und die Brüder sollen sich hüten, sich in ihrem äusseren Gehaben traurig zu zeigen oder wie düstere Heuchler zu benehmen; sie sollen vielmehr heiter und liebenswürdig sein, wie es Menschen ansteht, die sich im Herrn freuen.

Franziskus in seinem Testament:

Der Herr hat mir geoffenbart, welchen Gruss wir brauchen sollen:
„Der Herr gebe Dir Frieden!“

Gebet im Geist des Hl. Franziskus:

Herr,
mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens:
dass ich Liebe übe, wo man sich hasst;
dass ich verzeihe, wo man sich beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt;

Herr, lass mich trachten, nicht dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Franziskus in der älteren Ordensregel:

Die Brüder aber, die hinausziehen, können in zweifacher Weise unter Nichtgläubigen geistlich wandeln. Eine Art besteht darin, dass sie weder Zank noch Streit beginnen, sondern um Gottes Willen jeder Kreatur untertan und bekennen, dass sie Christen sind. Die andere Art ist die, dass sie, wenn sie sehen, dass es Gott gefällt, das Wort Gottes verkünden.

Bonaventura in seinem „Großen Franziskusleben“:

Eingedenk, dass alle Dinge letztlich aus Gott sind,
nannte er auch die geringsten Geschöpfe
„Brüder“ und „Schwestern“,
wusste er doch, dass sie mit ihm den gleichen Ursprung teilen.