San Damiano

Etwa gegen Ende des Jahres 1205 kommt es zu einer für Franziskus wegweisenden Begebenheit: In dem Kirchlein San Damiano, etwas unterhalb der Stadt Assisi, hört er vom Kreuz herab: „Franziskus, geh und stelle meine Kirche wieder her, die zu zerfallen droht.“ Er zögert nicht lange und beginnt mit Renovierungsarbeiten an San Damiano, einer Peterskapelle und dem Kirchlein von Portiunkula. Die notwendigen Steine und auch etwas zu essen erbettelt er bei den Leuten der Stadt. Wo anfangs Hohn und Spott unter den Bürgern herrschte, konnte man mehr und mehr die stille Bewunderung für Franziskus spüren.

Franziskus war unruhig: War dies die Lebensweise, die Gott ihm aufgetragen hatte? Zerfallene Kirchenbauwerke wieder aufzurichten, und zu reparieren?

Bei einem Gottesdienst im Frühjahr des Jahres 1208 hört er die Worte der Heiligen Schrift, wie Jesus seine Jünger je zu zweit aussendet, um den Menschen den Anbruch des Gottesreiches zu verkünden. Voller Freude über diese Worte ruft er aus: „Ja, Herr, das ist es, was ich tun will!“

Bald schließen sich ihm Männer an, die tief beeindruckt sind von dem, was Franz tut. Um nicht als Sektierer zu wirken, schreibt Franziskus eine kurze Regel, stellt sich beim damaligen Papst Innozenz III. vor und kann ihn davon überzeugen, dass die Brüder tatsächlich das leben, was sie verkündigen. Auf die nun von höchster Stelle erteilte Anerkennung schließen sich viele dieser franziskanischen Lebensweise an.